Die Bandscheiben liegen als elastische Puffer zwischen den Wirbelkörpern. Sie verteilen Belastungen und ermöglichen Beweglichkeit. Mit zunehmendem Alter verändern sie sich bei fast allen Menschen. Solche Veränderungen im Bild bedeuten nicht automatisch, dass sie Schmerzen verursachen.
Bandscheibenvorfall und Rückenschmerz sind nicht dasselbe
Bei einem Bandscheibenvorfall tritt Gewebe aus der Bandscheibe hervor. Reizt oder drückt es eine Nervenwurzel, können Schmerzen in Arm oder Bein ausstrahlen. Möglich sind auch Kribbeln, Taubheit oder eine verminderte Muskelkraft. Viele Rückenschmerzen entstehen jedoch ohne Bandscheibenvorfall, und manche Vorfälle werden zufällig entdeckt.
Bewegung statt dauerhafter Schonung
Wenn keine Warnzeichen vorliegen, ist längere Bettruhe meist nicht hilfreich. Sinnvoll ist, alltägliche Aktivität so gut wie möglich beizubehalten und Belastungen schrittweise anzupassen. Spaziergänge, angeleitete Übungen und später ein regelmäßiges Kraft- und Beweglichkeitstraining können unterstützen. Welche Übungen passen, hängt von Beschwerden, Untersuchung und Trainingsstand ab.
Behandlung ohne Operation
Viele Bandscheibenvorfälle bessern sich innerhalb von Wochen mit einer konservativen Behandlung. Dazu können Bewegung, zeitlich begrenzte Schmerztherapie, Physiotherapie und verständliche Beratung gehören. Bei ausstrahlenden Nervenschmerzen kann nach ärztlicher Prüfung auch eine PRT an der Nervenwurzel besprochen werden. Eine Operation wird vor allem bei bestimmten neurologischen Ausfällen oder anhaltenden starken Beschwerden erwogen und individuell besprochen.
Diese Warnzeichen sind dringend
Neue Lähmungen, Taubheitsgefühle im Schritt- oder Gesäßbereich sowie Probleme, Blase oder Darm zu kontrollieren, müssen sofort medizinisch untersucht werden. Auch starke Beschwerden nach einem Unfall, Fieber, deutliche Schwäche oder Schmerzen zusammen mit einer Krebserkrankung gehören zeitnah abgeklärt.
Beschwerden im Nackenbereich werden gesondert im Beitrag zur Halswirbelsäule erläutert. Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung.
Bei plötzlich auftretenden Beschwerden hilft außerdem der Überblick zu akuten Rückenschmerzen, Stufenlagerung und wichtigen Warnzeichen.
