Arbeitsunfall – Was tun?

Ein Arbeitsunfall kommt unerwartet. In den ersten Minuten zählen Sicherheit, medizinische Hilfe und eine möglichst genaue Dokumentation. Dieser Überblick zeigt, welche Schritte Beschäftigte und Angehörige in Deutschland beachten sollten.

1. Unfallstelle sichern und Erste Hilfe leisten

Bring dich und andere nicht in zusätzliche Gefahr. Leiste Erste Hilfe und verständige bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemnot oder starken Blutungen sofort den Rettungsdienst unter 112. Informiere außerdem den zuständigen Vorgesetzten oder Betrieb.

2. Den Arbeitsunfall dokumentieren

  • Zeit, Ort und Ablauf des Unfalls notieren
  • Namen möglicher Zeuginnen und Zeugen festhalten
  • Verletzungen und Unfallstelle dokumentieren, soweit dies gefahrlos möglich ist
  • den Unfall im Verbandbuch oder betrieblichen Meldeweg erfassen lassen
  • ärztliche Unterlagen und Schriftverkehr aufbewahren

Auch scheinbar leichte Beschwerden sollten festgehalten werden. Manche Folgen zeigen sich erst später. Die Dokumentation hilft dabei, den Zusammenhang zwischen Tätigkeit und Verletzung nachvollziehbar zu machen.

3. Wann ist ein Durchgangsarzt wichtig?

Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist eine Vorstellung bei einem Durchgangsarzt insbesondere erforderlich, wenn die Verletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt, die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, Heil- oder Hilfsmittel nötig sind oder Beschwerden wegen früherer Unfallfolgen erneut auftreten. Bei reinen Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Verletzungen kann unmittelbar die entsprechende Facharztpraxis zuständig sein.

Offizielle Hinweise und die Suche nach zuständigen Stellen findest du bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: Arbeitsunfall – was nun?.

4. Unfallanzeige und Versicherungsträger

Führt der Arbeitsunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen, muss das Unternehmen den Unfall der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse melden. Beschäftigte sollten nachfragen, ob die Meldung erfolgt ist, und sich eine Kopie geben lassen. Auch Wegeunfälle auf dem direkten Weg zur Arbeit oder nach Hause können unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen.

5. Körperliche und seelische Folgen ernst nehmen

Ein Unfall kann nicht nur körperlich belasten. Schlafprobleme, Angst, innere Unruhe oder wiederkehrende Erinnerungen sollten ebenfalls ärztlich angesprochen werden. Frühe Unterstützung kann helfen, die Situation zu verarbeiten und die Rückkehr in den Alltag vorzubereiten.

Wenn es Schwierigkeiten gibt

Bei Unklarheiten helfen die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, die betriebliche Interessenvertretung und gegebenenfalls eine unabhängige Beratungsstelle. Bei rechtlichen Streitfragen kann fachkundige Rechtsberatung sinnvoll sein. Einen ersten Überblick bietet unser Beitrag Rechtsschutzversicherung vergleichen: Leistungen, Wartezeit und Ausschlüsse.

Was ich nach einem Arbeitsunfall nicht aufschieben würde

Auch wenn die Verletzung zunächst harmlos wirkt, würde ich den Unfall ordentlich melden und die wichtigsten Angaben sofort notieren. Später erinnert man sich häufig nicht mehr genau an Uhrzeit, Beteiligte oder Gesprächsinhalte. Ein Foto, Namen von Zeugen und eine Kopie der Unfallmeldung können dann sehr hilfreich sein.

Mein Tagestipp: Verlass dich bei wichtigen Absprachen nicht nur auf mündliche Aussagen. Bewahre Unterlagen zusammen auf und notiere Datum und Inhalt wichtiger Gespräche. Das schafft Übersicht, wenn später Rückfragen entstehen.

Für kleinere Verletzungen lies ergänzend Erste Hilfe bei kleineren Verletzungen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Inhaltlicher Stand: August 2026.

Mit KI-Unterstützung erstellt und von mein-tagestipp.de redaktionell geprüft.

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