Libidoverlust: Ursachen, Hilfe und wann zum Arzt?

Libidoverlust bedeutet, dass das sexuelle Verlangen deutlich nachlässt oder als belastend gering empfunden wird. Wie stark die Libido ausgeprägt ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und kann sich im Laufe des Lebens verändern. Eine vorübergehend geringere Lust ist häufig und nicht automatisch ein Anzeichen für eine Erkrankung.

Libido und Erektionsstörung sind nicht dasselbe

Wenig sexuelles Verlangen und eine Erektionsstörung können gemeinsam auftreten, bezeichnen aber unterschiedliche Probleme. Bei einer Erektionsstörung gelingt es wiederholt nicht, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder zu halten. Die Lust kann dabei durchaus vorhanden sein.

Mögliche Ursachen für Libidoverlust

Sexuelles Verlangen wird von körperlichen, psychischen und zwischenmenschlichen Faktoren beeinflusst. Mögliche Auslöser sind unter anderem:

  • Stress, Erschöpfung und Schlafmangel
  • Konflikte oder Veränderungen in der Partnerschaft
  • Depressive Verstimmungen, Ängste oder Leistungsdruck
  • Hormonelle Veränderungen
  • Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  • Alkohol, Nikotin und andere Substanzen

Was im Alltag helfen kann

Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, weniger Alkohol und ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner können hilfreich sein. Bei seelischer Belastung oder Problemen in der Beziehung kann eine psychologische oder sexualtherapeutische Beratung unterstützen. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der individuellen Ursache ab.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Für Bienenpollen, Kräuterprodukte und andere frei verkäufliche Mittel zur Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit ist eine sichere und zuverlässige Wirkung nicht belegt. Solche Produkte können Nebenwirkungen auslösen, mit Medikamenten wechselwirken oder nicht deklarierte Wirkstoffe enthalten. Deshalb sollten sie nicht ohne Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Apotheke eingenommen werden.

Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist

Hält die Veränderung länger an, belastet sie die Beziehung oder treten zusätzlich Erektionsprobleme, Schmerzen, starke Müdigkeit oder depressive Beschwerden auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Hausärztliche, urologische oder gynäkologische Praxen können mögliche körperliche Ursachen, Medikamente und psychische Belastungen berücksichtigen. Erektionsprobleme können außerdem mit anderen Erkrankungen zusammenhängen und sollten nicht ausschließlich als Sexualproblem betrachtet werden.

Weiterführende, medizinisch geprüfte Informationen bieten die Leitlinien der European Association of Urology und das National Center for Complementary and Integrative Health.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung oder Diagnose.

Passender Tagestipp: Ergänzend zeigen wir, wie sich eine Partnerschaft durch Nähe, Gespräche und faire Konflikte pflegen lässt.

Libidoverlust ernst nehmen und offen ansprechen

Libidoverlust ist kein Grund, sich zu schämen. Belastungen, Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen können eine Rolle spielen. Ein ruhiges Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner kann Druck nehmen. Hält die Veränderung länger an oder belastet sie stark, ist eine ärztliche Beratung sinnvoll, damit mögliche Ursachen fachgerecht geklärt werden.

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