Motivation in Unternehmen

Motivation

Ohne über das „Wie kann ich motivieren“ nachzudenken, erwarten Vorgesetzte und Unternehmensleitung, dass jede Führungskraft seine Mitarbeiter motiviert.

In vielen Unternehmen wird mit der Motivation der Mitarbeiter nur propagiert und Motivation wird als Unternehmensleitsatz ausgegeben – es werden aber solche Werte nicht praktiziert! Keinerlei Gedanken wie mit dem wertvollen Firmengut/ Betriebskapital „Mitarbeiter“ umgegangen wird.

Führungskräfte können ihre Mitarbeiter durch entsprechendes Arbeitsklima in der Abteilung positiv beeinflussen, ist das schon Motivation?

Der Einfluss der verschiedenen Gegebenheiten in einem Unternehmen auf die Motivation eines Mitarbeiters ist so vielfältig, daß auch durch den besten Verkaufsleiter die Situation nur zum Teil verändert werden kann.

Wenn in einem Unternehmen Personal abgebaut wird, Überstunden geleistet werden müssen, Manager sich ungerecht verhalten, der Leistungsdruck ständig erhöht wird, es keine wirkungsvollen Konzepte für die Motivation gibt, die Geschäftsleitung sich keine Gedanken über die Menschen im Unternehmen macht und sie nur als Umsatzbringer, Personalnummer und Kostenstelle anerkennt, dann helfen alle sogenannten Motivatoren nicht mehr.

In den Unternehmensgrundsätzen vieler Firmen steht an erster Stelle:

„Der Mensch steht im Mittelpunkt in unserem Unternehmen“.

Leider ist diese Aussage häufig ein einziges Selbstbeweihräuchern , das in der täglichen Praxis dieser Unternehmen nur wenig Bedeutung findet. Der Mensch steht dort nur im Mittelpunkt wenn die Zahlen stimmen, die Umsätze steigern…… Bei sinkenden Umsätzen sind die „Umsatzkönige“ auch nichts mehr wert, egal was für das Unternehmen geleistet wurde. Fehlende Menschlichkeit und Wertschätzung machen Mitarbeiter zu „Kostenstellen“.

Es sind gewisse Grundregeln einzuhalten bzw. Leistung  ist einzufordern, denn viele Arbeitsplätze sind vom Erfolg des Verkaufs abhängig. Alle Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden um bestmöglichen Leistungen für das Unternehmen zu erbringen.. Wer mitmacht, ist ein gern gesehener Kollege. Wer glaubt, im Team nicht mitmachen zu müssen und stört, wird verwarnt, ermahnt um auf Kurs zu kommen. Ändert sich sein Verhalten nicht, muss er gehen. Dies ist verständlich, denn wenn er nachhaltig die Stimmung stört, wird er zur Belastung für alle Kollegen. Dies mag hart klingen, aber wenn ein Mitarbeiter nicht in der Lage ist sich einem Team anzupassen und kein Teamplayer ist, sämtliche Unterstützung im Sande verlief,  hat das Unternehmen nur so weit eine soziale Verantwortung für seine Mitarbeiter, wie der Mitarbeiter bereit ist Engagement und Verantwortung zu zeigen.

Gut und richtig  motivierte Mitarbeiter zeigen dies in ihrer Arbeitsbereitschaft, Verschwiegenheit, Identifikation mit dem Unternehmen. Mitarbeiter die unmotiviert sind, gehen morgens nicht gern zur Arbeit, sehen ihren Job nur als Notwendigkeit, wollen den Tag schnell beenden und schnell nach Hause. Der Krankheitsstand, die Fehltage liegen bei diesen Mitarbeiten besonders hoch. Es besteht dann eine große Neigung, viel zu plaudern, speziell bei hoher Frustration und erfahrenen Ungerechtigkeiten durch Vorgesetzte.

All diese Punkte sind bekannt, wird oft nicht durch einen entsprechend hohen Stellenwert im Unternehmen gewürdigt. Nur von emotional einigermaßen neutralen Mitarbeitern kann volle Leistungsbereitschaft, Verantwortung und Verschwiegenheit – auch nach dem Ausscheiden – erwartet werden.

Heutzutage wird mit den Mitarbeitern in vielen Unternehmen ohne diese Umsicht leichtfertig experimentiert. Es werden keine Gedanken verschwendet, wie mit dem wertvollen Firmenkapital „Mitarbeiter“ umgegangen wird. Die Aussage, das jeder Mitarbeiter zu ersetzen ist mag stimmen, aber jeder Wechsel bringt Kosten, Unruhe und Unsicherheit.

Vorgesetzte sind meistens nicht ausreichend trainiert, Motivation als permanentes Werkzeug für die Personalführung einzusetzen. Nach dem Motto „motivieren Sie mal“ wird in vielen Firmen verfahren. Der Vorgesetzte ohne Anleitung, Schulung und Erfahrung „testet“  bei seinen Mitarbeitern und erkennt am Ende selbst nicht, warum es funktioniert hat oder nicht.

Eine Betriebsfeier, ein Betriebsausflug oder ein tolles Frühstück sind keine nachhaltigen Mittel, um zu motivieren, diese Gelegenheiten stehen alleine da und es wird oft das Gegenteil erreicht.

Gute, engagierte Mitarbeiter verlassen sauer, frustriert und unmotiviert evtl. mit Kundenlisten, Firmengeheimnissen, Entwicklungsplänen, Marketingstrategien und anderen vertraulichen Informationen das Unternehmen und freuen sich, dem ehemaligen Arbeitgeber die empfundene Ungerechtigkeit heimzuzahlen.

Ein Unternehmensziel muss daher lauten:

„Die Motivation sollte als Unternehmensgrundsatz eines ständig kontrollierten Prozess definiert sein.“

 

Motivierte Mitarbeiter machen die Ziele Ihres Unternehmens zu ihren eigenen, wenn es der Unternehmensleitung gelingt, bei Mitarbeitern Verhaltensweisen, Gedankengänge und Handeln auszulösen, die eine hohe Identifikation des persönlichen Handelns mit den Zielen des Unternehmens bewirken. Wenn es der Unternehmensleitung gelingt, die persönlichen Ziele und Interessen des Mitarbeiters mit den Unternehmenszielen in Übereinstimmung zu bringen, erhält das Unternehmen einen hochmotivierten, engagierten Mitarbeiter. Dieses Unternehmensziel soll für alle Mitarbeiter von der Chefetage bis zum einfachen Mitarbeiter gelten und sich positiv auf die Geschäfte des Unternehmens auswirken.

Die Aufgabe von Führungskräften muss es sein, persönlichen Zielsetzungen, die Eigeninteressen der Mitarbeiter in Übereinstimmung mit den Unternehmenszielen zu bringen. Neben den arbeitsrelevanten Faktoren müssen Sie also auch das Umfeld Ihrer Mitarbeiter kennen und berücksichtigen. Z.B.:

  • der Arbeitsplatz,
  • die Kollegen,
  • die Familie
  • Sie als Vorgesetzter,
  • die Erwartungen, Hoffnungen, Ziel, Ängste, Beweggründe des Mitarbeiters.

Es ist sicherlich schwer diese Punkte in ihrer Gesamtheit zu bewältigen, dies ist auch der Grund weshalb die meisten Unternehmen in diesem Bereich scheitern. Ein Unternehmensgrundsatz wird nicht richtig bearbeitet, nicht gelebt – ohne passende Schulung oder Kenntnisse.